Neal Stephenson: Snow Crash

Es wurde darauf hingewiesen, dass _Snow Crash_ gewisse Aehnlichkeiten mit William Gibsons _Virtual Light_ aufweist, aber bei naeherer Betrachtung sind diese Werke so verschieden wie ihre Autoren: Hier der kultivierte Gibson, der auch in der harschen Zukunft seine Helden vor allem ihren Frieden finden laesst, dort Stephenson, der seine unruhige Biographie in chaotische, rastlose Figuren umsetzt.

Der Held von _Snow Crash_, Hiro Protagonist (Die Assoziation zu "hire a protagonist" ist wohl kaum zufaellig) hat sich in einer klassischen Generation X (Oder vermutlich Generation XII) Karriere vom Starprogrammierer zum Pizzakurier emporgearbeitet. Sein Arbeitgeber ist die Mafia, die ihre bewaehrten Qualitaeten voll in diese Branche verlegt hat. Bei einem besonders heiklen Auftrag lernt er die Skateboardkurierin Y.T. (Yours Truly) kennen, deren Hauptsorge darin besteht, dass ihre Mutter herausfindet, dass sie nicht in der Schule ist.

Die beiden sehen sich mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert, deren Besonderheit ist, dass sie sowohl in der realen Welt als auch im Cyberspace ihre Opfer fordert. In beiden Faellen werden don Privatpolizisten, ukrainischen post-Grunge Gitarristen, Hackern, ein-Mann Atommaechten, einer Datenbankfirma, die aus einer Fusion zwischen CIA und Library of Congress entstanden ist, und einigen echten Regierungsvertretern.

_Snow Crash_ ist schwungvoll, witzig, sprueht vor Ideen und ist getragen von solidem Hintergrundwissen. Ich zaehle es zu den drei besten Science Fiction Buechern der letzten fuenf Jahre.


Review of Neal Stephenson: Snow Crash / 20Sep95 / neeri